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8 Schritte zur eigenen Photovoltaik- bzw. Solaranlage

 

Die Anschaffung einer eigenen PV- oder Solaranlage muss gut geplant sein. Diese lang-fristige Investition in die Zukunft bietet nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondert hilft gleichzeitig die Emission klimaschädlicher Treibhausgase zu reduzieren. Sie können aktiv einen Beitrag zum Umweltschutz leisten:

  • durch die gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung erhält man über 20 Jahre (plus das Jahr der Inbetriebnahme) eine gesetzlich garantierte Vergütung für den produzierten Solarstrom.
  • Bei Solarthermieanlagen spart man einen Teil der fossilen Brennstoffe für den ei-genen Wärmebedarf ein. Für den Bau einer Solarthermieanlage kann man beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Zuschuss beantra-gen.

Als Hilfestellung für Interessierte wird im Folgenden eine kurze Anleitung zur Anschaf-fung der eigenen Solaranlage in acht Schritten gegeben.

 

Schritt 1:

Prüfung der SUN-AREA Ergebnisse

Die Berechnung des solaren Energiepotenzials auf Grundlage von Laserscannerdaten kann Ungenauigkeiten enthalten. Zum einen können kleinste Dachstrukturen oder Dach-flächenfenster bei der Laseraufnahme möglicherweise nicht erfasst worden sein, was zu einer Verfälschung der Flächenangabe führen kann.

Zum anderen stellt die Laserbefliegung eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt der Daten-erfassung dar. Deshalb sollte auch die mögliche Verschattung durch wachsende Bäume und neu gebaute Gebäude bedacht werden.

Prinzipiell ist der Bau einer Solaranlage genehmigungsfrei. Bei denkmalgeschützten Ge-bäuden oder Ensembles muss aber eine Genehmigung der Unteren Denkmalschutzbe-hörde eingeholt werden.

 

Schritt 2:

Zustand und Statik prüfen

Neben der Statik des Gebäudes spielt u.a. die bestehende Dacheindeckung eine Rolle für die Installation einer Solaranlage. Inwieweit Ihre Dacheindeckung geeignet ist, sollte vom Fachmann geprüft werden.

Sollten Sie Pläne haben, Ihr Dach in Kürze neu decken zu lassen, ist es ratsam, damit noch zu warten. Denn in diesem Fall kann eine dachintegrierte Solarstromanlage eben-falls eine sinnvolle Lösung sein. Die Anlage wird dabei Teil der Dachhaut, so dass die Kosten für die Dacheindeckung in diesem Bereich gespart werden können.

 

Schritt 3:

Kontakt zum Fachmann herstellen

Im nächsten Schritt sollten die angesprochenen Punkte vom Fachmann geprüft werden. In den einzelnen Kommunen im Landkreis Neunkirchen stehen den Interessenten zahlrei-che Fachbetriebe oder Solarfirmen für Beratung, Wirtschaftlichkeitsanalysen und Installa-tion zur Verfügung. Auch unabhängige Fachstellen und Organisationen stellen ihr Bera-tungsangebot zur Verfügung.

Links zu entsprechenden Firmen in finden Sie auch unter http://www.wfg-nk.de

 

Schritt 4:

Beratung vor Ort

Haben Sie eine Firma Ihres Vertrauens gefunden, findet im nächsten Schritt ein ausführli-ches Beratungsgespräch vor Ort statt, bei dem neben Statik und Eignung der Dacheinde-ckung auch Punkte wie Netzanschlussmöglichkeiten oder notwendige Versicherungen geklärt werden sollen.

 

Schritt 5:

Angebote einholen

Wenn man sich zur Installation einer Solaranlage entschlossen hat, sollte nicht nur von einem Fachbetrieb ein detailliertes Angebot eingeholt werden. Diese sind auf Vollständig-keit und Vergleichbarkeit zu prüfen. Hilfestellung dazu können unabhängige Fachstel-len/Organisationen bzw. ein unabhängiger Energieberater vor Ort leisten.

 

Schritt 6:

Finanzierungsmöglichkeiten überlegen

Sind die technischen Details geklärt und die Kosten ermittelt geht es an die Finanzierung. Es sollte festgelegt werden, wie hoch der Eigenkapitalanteil an der Gesamtfinanzierung ist und welcher Anteil über Kreditmittel gestellt werden muss.

Für die benötigte Fremdkapitalfinanzierung stehen die regionalen Sparkassen und Ban-ken mit ihren speziellen Finanzierungsangeboten beratend zur Seite. Darüber hinaus gibt es günstige Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank) über das Programm „Erneuerbare Energien – Programm Standard“. Hierbei ist zu beachten, dass mit dem Bau der Anlage erst bei Zuteilung des Kredits begonnen werden kann.

Neben den Finanzierungsmöglichkeiten sollten Sie sich Rat bei einem versierten Steuer-berater holen. Als Stromproduzent werden Sie Unternehmer, der als solcher besteuert wird. Individuelle Beratung über Abschreibungsvarianten, steuerliche Fragen (Einkom-menssteuer) oder Altersvorsorge sollte in den Betrachtungen ebenfalls eine Rolle spielen.

Damit Sie einen ersten Hinweis über die Rentabilität einer PV- oder Solarthermie-Anlage auf Ihrem Dach erhalten, können Sie sich auf der Internetseite der WFG mit Hilfe eines Wirtschaftlichkeitsrechners Ihre individuelle Ertragsrechnung kostenlos erstellen:

http://www.wfg-nk.de (Ertragsrechner)

 

Schritt 7:

Die Auftragserteilung

Bei der Vergabe des Auftrages sollte unbedingt auf die Zahlungsmodalitäten geachtet werden. Beziehen Sie sich immer auf das zu Grunde gelegte Angebot.

Spezielle Vereinbarungen zu Ausführungs- und Fertigstellungsterminen und / oder dem spätesten Zeitpunkt der Inbetriebnahme sollten ebenso mit der Auftragsvergabe nieder-geschrieben werden wie vereinbarte Konsequenzen bei Terminüberschreitungen.

Lassen Sie sich in jedem Fall eine schriftliche Auftragsbestätigung aushändigen und ver-einbaren Sie mit dem Handwerker, dass er die Anmeldung der Anlage beim Energiever-sorger erledigt.

 

Schritt 8:

Der Startschuss - Die Anlage wird in Betrieb genommen

Der Handwerker wird nach Aufbau der Anlage die Inbetriebnahme zusammen mit Ihrem örtlichen Energieversorger durchführen. Sie erhalten ein Inbetriebnahmeprotokoll, in dem auch der Zählerstand des Einspeisezählers festgehalten wird.

Seit dem 1. Januar 2009 besteht für Betreiber von Solarstromanlagen eine besondere Meldepflicht als Voraussetzung für die Zahlung der Einspeisevergütung. Sie müssen den

Betrieb Ihrer Anlage mit folgenden Daten der Bundesnetzagentur melden: Standort der Anlage, Name des Netzbetreibers, Leistung der Anlage in Kilowatt, Tag der Inbe-triebnahme.

 

Von nun an sind Sie Stromproduzent!

 

Der Stromversorger vor Ort wird mit Ihnen als Betreiber einen entsprechenden Vertrag schließen und den eingespeisten Strom nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) vergüten.

Spätestens jetzt sollte man der Gebäudeversicherung die Photovoltaik-Anlage als neuen Bestandteil des Gebäudes anzeigen, damit man beispielsweise bei Sturmschäden abge-sichert ist. Vielleicht wird die Anlage aber schon über die bestehenden Versicherungen abgedeckt. Erkundigen Sie sich auf jeden Fall bei Ihrer Versicherung.

Denken Sie bei der nächsten Steuererklärung an die Einnahmen aus der Photovoltaik-Anlage.

 

Links zu bereits realisierten Projekten:

www.sun-area.net

(hier finden Sie alle bisherigen Solarkataster unter “Referenzen”)

http://www.wiesbaden.de/leben-in-wiesbaden/umwelt/energie/solarkataster.php

http://www.bielefeld01.de/geodaten/welcome_solardach.php