Bauernhaus Habach

Museum für ländliches Leben

Das Bauernhaus Habach ist ein südwestdeutsches Einhaus, in dem sich ein Museum für das ländliche Leben im 19. und 20. Jahrhundert befindet.  Heute kann man im Bauernhaus Habach das bäuerliche Leben unserer Vorfahren authentisch nachfühlen und sich in den arbeitsreichen Alltag einer Bauernfamilie in der Zeit der Industrialisierung zurückversetzen lassen.

Bei dem 1847 fertig gestellten Gebäude, an das im Jahre 1896 ein Pferdestall und ein Schuppen mit Schmiede angebaut wurden,  handelt es sich um ein typisches südwestdeutsches Einhaus, bei dem sich Wohn- und Wirtschaftsteil unter einem Dach befinden. Vom Flur im Erdgeschoss des Wohnteils kommt der Besucher in das Wohnzimmer, das früher nur zu besonderen Anlässen benutzt wurde. Dieses Zimmer ist u. a. mit einem gusseisernen Ofen, einem Schrank, einem Tisch, Stühlen und Bildern ausgestattet. In einer Ecke des Raumes befindet sich ein Herrgottswinkel. Das Schlafzimmer, das sich an das Wohnzimmer anschließt, ist mit einem Bett, einem Schrank, einem Kinderbett und verschiedenen anderen Gegenständen eingerichtet. In der Küche sind neben den früher üblichen Einrichtungs- und Gebrauchsgegenständen eine Backmuhl, eine Zentrifuge und ein Butterfass zu sehen. Über eine steile Holztreppe gelangt man von der Küche in das Obergeschoss des Wohntraktes, in dessen Vorraum sich eine Rauchkammer befindet. In dem großen Raum des Obergeschosses werden Ausstellungen zu verschiedenen Themen gezeigt. Eine weitere Holztreppe führt die Besucher direkt unter das Dach, wo verschiedene Gegenstände, z.B. eines Besenbinders, ausgestellt sind. Im Keller des Wohnbereiches sind die Gewölbedecke, der Backofen und der Sauerkrauttrog aus Sandstein beachtenswert.

Vom Flur des Erdgeschosses gelangt der Besucher durch eine Tür direkt in den Wirtschaftsteil des Bauernhauses und zwar zunächst in den Kuhstall, im dem auch Kälber und Schweine untergebracht waren. An den Kuhstall schließt sich die nach oben offene Tenne an, neben der sich der Pferdestall befindet. Diese drei Räume sind mit zahlreichen Gegenständen ausgestattet, die über die bäuerliche Arbeitsweise informieren. Bei den Böden im Kuh- und Pferdestall handelt es sich um Pflasterböden, während es in der Tenne ein Lehmboden ist. Sehenswert sind auch die Kappendecke im Kuhstall und die „gewickelte Decke“ im Pferdestall. Von der Tenne gelangt der Besucher in die Werkstatt des Bauern. Über dem Kuh- und Pferdestall befindet sich eine große Ausstellungsfläche, auf der neben zahlreichen landwirtschaftlichen Geräten auch ein Webstuhl zu sehen ist.

Bei der Außenanlage ist vor allem das alte Pflaster des Hofes beachtenswert, das aus der römischen villa rustica im Wald „Steinhaus“ stammen soll. Ein Weidenbaum, je zwei Nuss- und Kastanienbäume, ein alter Weinstock am Giebel, ein altes „Plumpsklo“ und ein Bauerngarten sorgen für ein schönes Ambiente um das Bauernhaus.

Die Gemeinde Eppelborn erwarb 1990 das bis dahin bewohnte Gebäude und restaurierte es behutsam. Am 2. Juni 1994 wurde das Bauernhaus Habach als Museum der Öffentlichkeit übergeben. 1995 erfolgte die Übertragung des Gebäudes an die Stiftung Kulturgut Gemeinde Eppelborn, in deren Trägerschaft es sich heute befindet.

Virtuell erlebbares Museum

Auf der Plattform digicult können viele Ausstellungsstücke des Museums virtuell erkundet werden:
http://saarland.digicult-museen.net/museen/act001910

Auszeichnungen

Im Landeswettbewerb 1994 des „Saarländischen Denkmalpflegepreises“ wurde das Bauernhaus Habach“ mit dem Saarländischen Denkmalpflegepreis ausgezeichnet. Im Rahmen des Landeswettbewerb 1994 „Saarländische Bauernhäuser – Zeugnisse unserer Heimat“ erhielt das Bauernhaus eine Sonderanerkennung, womit die Verdienste um die stilgerechte Erhaltung eines saarländischen Bauernhauses gewürdigt wurden.

Öffnungszeiten

ZUR ZEIT WEGEN RENOVIERUNGSARBEITEN GESCHLOSSEN

Die Wiedereröffnung des Museumsbetriebes ist für 2022 geplant. Das Gebäudeumfeld und der Bauerngarten können besichtigt werden. 

Sanierung

Zur Zeit wird die Substanz des Bauernhauses durch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen gesichert, insbesondere zur Sanierung der Sandsteingewände an Türen und Fenstern, im Bereich der Dachentwässerung sowie am Putz. Das Projekt „Weiterführende Sanierungsarbeiten“ erfolgt im „Soforthilfeprogramm Heimatmuseen und landwirtschaftliche Museen 2021“ des Deutschen Verbandes für Archäologie e. V. im Programmteil „Landwirtschaftliche Museen„, gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Bundestags.

Das vorangegangene Projekt „Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen am historischen Bauernhaus Habach“ 2019/2020 wurde von der Europäischen Union, dem Bund und dem Saarland im Rahmen des Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) gefördert.

Weitere Infos:
https://ec.europa.eu/agriculture/rural-development-2014-2020_de
https://www.saarland.de/eler.htm