Projekt „Hierscheider Graben“ bleibt zentral für die Zukunft der Nahversorgung
Die Gemeinde Eppelborn hält weiterhin konsequent an der Umsetzung des Projekts „Hierscheider Graben“ fest. Ziel ist es, die Nahversorgung langfristig zu sichern und die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig zu stärken. Verwaltung und Gemeinderat, der Gewerbeverein, die ACTIVE-Group als Investor sowie die vorgesehenen Einzelhändler ziehen dabei gemeinsam an einem Strang.
Hintergrund und dringender Handlungsbedarf
Als Grundzentrum ist Eppelborn verpflichtet, die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs sicherzustellen. Die aktuelle Situation zeigt jedoch deutliche Defizite: Bereits heute wird rund jeder zweite Euro in Nachbargemeinden ausgegeben. Gründe hierfür sind insbesondere das Fehlen eines Drogeriemarktes sowie die unzureichenden Erweiterungsmöglichkeiten der bestehenden Märkte.
Die vorhandenen Standorte oder leerstehende Gewerbeimmobilien erfüllen schon lange nicht mehr die Anforderungen der großen Handelsketten. Weder ausreichende Verkaufsflächen noch notwendige Parkplatzkapazitäten sind gegeben. Für eine Ansiedlung in Eppelborn kommt daher für die Unternehmen Lidl, Edeka oder dm- ausschließlich der Standort „Hierscheider Graben“ infrage. Rossmann hat die Gemeinde als Standort grundsätzlich abgelehnt.
Die Folgen der unzureichenden Nahversorgung sind bereits spürbar: Mehrere kleinere Geschäfte mussten in den vergangenen Jahren schließen. Besonders deutlich wird die Dringlichkeit nun durch eine aktuelle Entscheidung: Der Textildiscounter KiK wird seine Filiale in Eppelborn dauerhaft schließen. Damit bestätigt sich eine zentrale Prognose des Einzelhandelsgutachtens, das bereits vor einer weiteren Schwächung des lokalen Angebots gewarnt hatte.
Standortfrage: klare Ergebnisse – keine Alternativen
Der „Hierscheider Graben“ wurde nach umfassender Prüfung als einziger geeigneter Standort identifiziert. Rund 80 % des zentralen Versorgungsbereichs im Ortskern von Eppelborn liegen in hochwassergefährdeten Bereichen, zudem fehlt es dort an ausreichend großen, zusammenhängenden Flächen und Parkmöglichkeiten.
Die Gemeinde hat wiederholt alle Alternativen geprüft und auch Kritiker um konkrete, umsetzbare Vorschläge gebeten. Tragfähige Alternativen wurden jedoch bislang nicht benannt. Sämtliche eingeholten Fachgutachten bestätigen sowohl die Machbarkeit als auch die Notwendigkeit des Projekts an diesem Standort.
Abstimmung mit der Landesplanung – widersprüchliche Signale
Im Jahr 2020 erhielt die Gemeinde unter der damaligen Landesregierung eine schriftliche Zusage, dass das Projekt grundsätzlich möglich sei – vorausgesetzt, die erforderlichen Gutachten würden positiv ausfallen. Diese Gutachten wurden erstellt und sprechen sich eindeutig für die Umsetzung aus.
Nach dem Regierungswechsel erfolgte jedoch eine überraschende Kehrtwende: Das Innenministerium lehnte das Projekt ab. In einem Gesprächstermin wurde dies sogar offen mit den Worten begründet, dass die neue Regierung das Vorhaben nicht mehr wolle.
Bürgermeister Andreas Feld betont: „Wir haben alle Möglichkeiten einer außergerichtlichen Einigung ausgeschöpft und stets unsere Gesprächsbereitschaft signalisiert. Leider zeigte das Innenministerium keine Bereitschaft dazu, weshalb uns keine andere Wahl blieb, als den Klageweg zu beschreiten.“
Neue Vorschläge der Landesplanung sorgen für Unverständnis
Für zusätzliche Irritation sorgen nun aktuelle Vorschläge von Seiten der Landesplanung, die von uns als widersprüchlich wahrgenommen werden. So wurde kürzlich vorgeschlagen, das Areal rund um die „Feuerwache“ neben der Kirche abzureißen, um dort einen Markt zu errichten. Alternativ wird eine Fläche hinter dem „Big Eppel“ im Hangbereich ins Spiel gebracht – ausgerechnet in einem Naturschutzgebiet. Auch steht hier die Wirtschaftlichkeit aufgrund der enormen Erschließungskosten außer Frage. Offen bleibt dabei jeweils insbesondere die Frage der notwendigen Parkflächen, die an diesen Standorten kaum darstellbar erscheinen.
Besonders bemerkenswert ist zudem, dass nun von der Landesplanung eine Fläche hinter der Bildhauerei Pink vorgeschlagen wird – ein Standort, der von derselben Behörde vor rund zehn Jahren aus Naturschutzgründen und der Entfernung zum zentralen Versorgungsbereich abgelehnt worden war. An der Situation von damals hat sich nichts geändert, vielmehr ist die Hochwasserproblematik dieser Flächen dazugekommen. Diese widersprüchlichen Einschätzungen führen zu Unverständnis und man erhält zunehmend den Eindruck, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Vor allem, wenn man bedenkt, wo in den vergangenen Jahren überall ähnliche Projekte wie der „Hierscheider Graben“ auf der „grünen Wiese“ und außerhalb des Ortskerns genehmigt und gebaut werden konnten.
Rechtliche Schritte
Nach parteiübergreifender Zustimmung des Gemeinderates hat die Gemeinde am 20.02.2024 fristgerecht Klage gegen den ablehnenden Bescheid beim Verwaltungsgericht des Saarlandes eingereicht. Seither wurden alle Argumente in mehreren Schriftsätzen zwischen den Beteiligten ausgetauscht, ein Verhandlungstermin wurde noch nicht festgesetzt.
Wirtschaftliche Bedeutung für die Gemeinde
Die ACTIVE-Group als Investor hält weiterhin uneingeschränkt an dem Projekt fest und will auch weiterhin rund 13 Millionen Euro in unsere Gemeinde investieren. Neben der Sicherung der Nahversorgung würde das Vorhaben auch die wirtschaftliche Attraktivität von Eppelborn deutlich stärken.
Zudem eröffnet das Projekt Chancen für den Ortskern: Durch die Reduzierung der Kaufkraftabwanderung könnten sich dort neue, kleinere Geschäfte ansiedeln und langfristig etablieren.
Bürgermeister Feld unterstreicht abschließend: „Wir wollen die Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinde sichern und Eppelborn als attraktiven Standort weiterentwickeln. Es gibt keine alternative Fläche für dieses Vorhaben. Alle Gutachten belegen eindeutig die Notwendigkeit. Wir werden daher nicht lockerlassen und weiter für die Nahversorgung und die wirtschaftliche Zukunft Eppelborns kämpfen.“
Alle Informationen rund um das Projekt „Hierscheider Graben“ finden Sie auf der Webseite der Gemeinde: https://www.eppelborn.de/projekt-hierscheider-graben/
Eppelborn, 10. April 2026